Es gibt genug Beschreibungen, die ein NEH oder ein Minergiehaus resp ein Passivhaus definieren. Hier geht es weniger darum, wissenschaftliche Daten über U-Werte und Techniken der Beheizung und Lüftung zu übermitteln. Das geschieht allzu oft, wenn über NEH- oder Minergiestandards recherchiert wird.
Mein Beitrag soll den Häuslebauern helfen, aus dem Dickicht von Variationen dieses Themas einen Weg beschrieben zu bekommen. Sicher wie alles im Leben ist eine Entscheidung tendenziell und gilt nicht als Mass aller Dinge.
Doch ich kann auf eine lange Bautradition-und Erfahrung zurückgreifen und neige zur Nachhaltigkeit,Wertbeständigkeit sowie Gesundheit und Umweltbewusstsein.
Über 90 von 100 Passiv- , Niedrigenergiehäuser oder Minergiehäuser werden mit Wärmeverbundsystemen eingepackt. Schliesslich ist das Angebot dazu weit verbreitet und es gibt sehr viele Anbieter. Es scheint so, dass ein gut gedämmtes Haus nur auf diese Weise gedämmt werden kann.
Die Technik ist die, dass ein minimales statisch tragendes Gerüst als Gebäudehülle notwendig wird, meist aus Beton mit / oder Ziegelsteinen, Kalksandsteinen oder auch als Holzständerbauweise.Oft ist es auch davon abhängig, wieviel Stockwerke ein Haus haben soll.
Jedenfalls wird diese tragende Gebäudehülle mit verschiedenen Dämmsystemen eingepackt, bis zu 30cm und mehr.
Leicht kommen da Wandstärken von 50cm zusammen. Und der meistbenutzte Dämmstoff ist aus dem Erdöl stammend, bekannt als Styropor o. ä.
Sicher dämmen diese Stoffe sehr gut und sind auch preiswert. Die Lobby dazu ist mächtig und setzt alles daran, Zweifel darüber nicht aufkommen zu lassen. Sachverständige machen sich grosse Mühe, in Pressemitteilungen und Berichten/Abhandlungen den Vorteil herauszukehren.
Ich will hier meine Bedenken darüber äussern:
1. Brandverhalten
2. Schimmel/Algenbildung
3. Lebensdauer
4. Entsorgung
5. Kosten für die Allgemeinheit
6. Wärmerückgewinnung über Lüftungssysteme
1. Brandverhalten
Recherchiert man das Brandverhalten von Polystorol, so gibt es unzählige Berichte darüber, wie desaströs die Millionen von WDVS aus Kunststoff im Brandfall sei und gleichwohl, dass bei fachmännischer Montage das es Problem nicht oder nur bedingt gäbe.
Polystyrol wird bei 100 Grad Celsius weich und beginnt darüber zu schmelzen. Oberhalb 350 Grad bilden sich brennbare Zersetzungsprodukte.
PS brennt erst bei 450-500 Grad und setzt vor allem CO2 und CO frei. Es brennt mit gelblicher Flamme und russt ziemlich stark.
Bei stärkere Isolation (grösser 10cm) beginnnt es dabei abzutropfen und schafft dabei eine fast unüberwindbare brennende Barrierre. Ein Fluchtweg ist dabei ausgeschlossen. Um Flammen an einer Fassade nach oben abzuhalten, sind über den Fensterstürzen Steinwolle-Bänder vorgesehen.
Trotzdem hat die Realität gezeigt, dass es Tote und Rauchgasvergiftungen gegeben hat. Die Feuerwehr konnte an der brennenden Fassade nicht anleitern und Fluchtwege durch Verrussung und Giftgase bleiben verschlossen.
Fazit: Es gibt für die Millionen von verbauten WDVS im Brandfall keine Möglichkeit, im Brandfall mit dem normalen Rüstzeug der Feuerwehren optimal zu helfen. PS bleibt ein hohes Risiko.
Ein weiteres grosses Problem ergibt sich dadurch, dass die WDVS Industrie die Dämmplatten mit Additiven anreichert, um das Brandverhalten zu reduzieren. Sie wirken toxisch, so sie in den Nahrungskreislauf gelangen und stellen bei der kurzen Lebensdauer und der dadurch sich ergebendem Müllproblem enorme Umweltbelastungen dar. Sie sind biologisch nicht oder nur sehr schwer abbaubar, d.h., sie bleiben uns über Jahrzehnt erhalten.Additive dieser Art sind bereits in der Muttermilch und im Blut des Menschen nachgewiesen worden.Als →Flammschutzmittel enthält PS Hexabromcyclododekan (HBCD) HBCD ist seit Juni 2009 gemäß der neuen europäischen Chemikalienverordnung REACH als giftig eingestuft für Mensch, Ökosysteme und Organismen.
2. Schimmel-Algenbildung
Durch den hohen Dämmwert der Aussenhülle kommt es besonders an den sonnenabgewandten Seiten der Hausfassade zu erheblichen Temperaturunterschiede. Wenn Regen , hohe Luftfeuchtigkeit und tiefere Temperaturen zusammenkommen, bilden sich Wassernester auf der mikroskopische gesehen, recht hügeligen Oberfläche. ein besonders guter Ort für eine Besiedelung von Algen.
Um diesem Problem zu enetgehen, werden wasserlösliche Gifte dem Oberputz beigemischt. Wasserlöslich deshalb, weil lebende Organismen wie Algen und Pilze, auch wenn sie noch so klein sind,mit Wasser kommunizieren und tödliches Gift gelöst so in ihren Organismus aufnehmen, die ALGIZIDE und FUNGIZIDE (BIOZIDE)
Zitate:
Bei Wärmedämmverbundsystemen aus Polystyrolschaumstoff wird eine Glasfaser- oder Kunststoffarmierung und darauf eingefärbter Dünnschicht-Verputz aufgebracht. Die Kritik an diesem Wärmedämmverbundsystem richtet sich auch gegen die optional in den Farben oder in den Oberputzen enthaltenen Pestizide und Algizide, wie beispielsweise Terbutryn, das ausgewaschen wird und sich in Vorflutern ansammelt (wdvs kOMPENDIUM9
Um das Problem zu lösen, wird vielen Fassadenanstrichen ein Cocktail aus Pilz- und Pflanzengiften, sogenannten Bioziden, zugesetzt. Doch ähnlich wie Pestizide von den Äckern in die Flüsse gespült werden, bleiben auch die Chemikalien nicht auf den Wänden. „Wenn auf eine Fassade ständig starker Regen trifft, dann waschen sich die Stoffe relativ schnell aus“, sagt Michael Burkhardt von der Hochschule für Technik im schweizerischen Rapperswil. Vor allem in den ersten sechs Monaten, wenn die Fassaden frisch verputzt sind, hätten er und seine Kollegen Biozide in „außerordentlich hohen Konzentrationen“ im abtropfenden Regenwasser direkt an der Außenwand gemessen. Darunter waren Wirkstoffe wie das krebserregende Cabendazym, das gewässergefährdende Diuron und das Nervengift Terbutryn. Gelangen sie in Bäche und Flüsse, könnten sie zu einer „Beeinträchtigung der Gewässerqualität führen“, sagt Burkhardt. Terbutryn wurde früher auch in der Landwirtschaft verwendet, ist dort aber längst verboten – jedoch nicht im Außenputz wärmegedämmter Fassaden. „Das erklärt auch, warum der Stoff bei unseren Messungen in Bächen von Siedlungsgebieten noch immer zu finden ist.“ Inzwischen sind die Hersteller dazu übergegangen, die Biozide im Putz zu verkapseln. Dadurch strecke sich die Auswaschung über einen längeren Zeitraum, sagt der Experte. Verhindert wird sie nicht./aus GREENPEACE MAGAZIN)
3. Lebensdauer
Für die Lebensdauer kann kein konkreter Zeitwert angegeben werden.Oft kommt es auf die Verabeitungsgüte an.Schon nach 10 JAhren sind erhebliche Schäden an der Fassade festzustellen.Fachleute sagen, dass die Werkstoffe nach spätestens 30 Jahren Reif für die Entsorgung seien..Ein ungeheurer Berg von Sondermüll türmt sich da in Zukunft auf...
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4.Entsorgung/Abfallproblematik
Ein echtes PS-Recycling gibt es nicht. Die Dämmstoffe sind mit Klebern Armierungsgewebe, Putzen und Farben verklebt, lassen sich nicht trennen und müssen als Sondermüll entsorgt werden.
2006 wurden in den USA 870.000 Tonnen Polystyrol-Teller und -Tassen sowie 590.000 Tonnen aus anderen Produkten auf Deponien abgelagert. Da Polystyrol unter Lichtausschluß biologisch nicht abgebaut wird .bleibt es in Deponien erhalten. Außerdem reichert es sich in der Debris, organisches Material, das im Meer zu Boden sinkt und einen wesentlichen Faktor in der Nahrungskette bildet von Treibmüll in den Ozeanen an, durch Photolyse und den Wellenschlag zerfällt es dort in kleine Brösel, die von Tieren aufgenommen werden. Das dabei freigesetzte Flammschutzmittel (HBCD), als „sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung“ eingestuft ist, wirkt sich dabei besonders nachteilig aus.
5. Kosten
Die Kosten für die Entsorgung sollen pro Tonne 150 Euros kosten. Unter Berücksichtigung der bereits durch die Dämmmassnahmen gestiegenen Kosten wieder ein neuer Kostenfaktor für Mieter für Entsorgung und erneute fällige Dämmung?
6. Wärmerückgewinnung über Lüftungssysteme
Nach meinen Recherchen ist dieses Privileg der Passivhausbeheizung über kontrollierte Lüftungssysteme der Meister beim Heizungsjahresbedarf.
Um dieses Ziel zu erreichen sind fachmännisches Wissen und Können erforderlich, um bereits häufig reklamierte Mängel zu vermeiden.
Das sind vor allem erhöhte Zugluft, trockene Raumluft, erhöhte Heizungskosten.
Zuletzt ist ein besonderes Problem für mich erkennbar, das mich bewog, als Biologe gänzlich auf diese Art der Raimbeheizung und Belüftung zu verzichten:
Nämlich die Unmöglichkeit, längerfristig die in Querschnitten wechselnden und verschlungenen Wege verbauten Lüftungsrohre zu reinigen. Und zwar von den unzähligen Keimen, die sich in den feuchten Kanälen bilden können. Oft sind sie nicht glatt sondern dazu geriffelt, was die Reinig erschwert und eine grössere Oberfläche bietet.
Bild aus tab.de
Das Bild zeigt, dass in der Regel mit einer Art Schornsteinfegerspindel die Rohre gereinigt werden. Es ist leicht einzusehen, dass mikroskopisch kleine Keime dadurch nurunsichtbar verteilt werden-obwohl optisch durchaus ein Reinigunseffekt erzielt wurde. Selbst Filter helfen da nicht weiter, die zu wenig gewechselt werden und hohe Kosten verursachen. Der Leser möge sich da selbst im Internet schlau machen.
AUSWEG?
Bei einer kleinen Anfrage im niedersächsischen Landtag wurde dieses Problem thematisiert. Lapidar wurde empfohlen, auf andere Dämmstoffe auszuweichen !
Der Verfasser kann da nur diese HAltung bejahen.
Geht man von einer HEH oder PH-Haus Dämmstärke aus, so sind das in der Regel 25-30cm Dämmstärke für das PS. Dazu kommt noch das statisch notwendige Skelett des Hauses, in der Regel 17-24 cm. Gesamtstärke etwa 40 bis 50 cm!
Hier bietet sich ein Ziegelstein an, der mit einer Rohbaustärke von 42,5 cm und einen Wärmedämmputz von 3cm eine gleichwertige Dämmung von (U-Wert= 0,15) bietet. Hier sind solare Gewinne durch die Sonne möglich und ein Werkstoff, der tausende von Jahren überlebt hat. Auch mit der sogenannten grauen Energie kann dieser Stein mithalten.
Also, warum dann noch WDVS?
Sicher kann man mit diesem Stein keine Hochhäuser bauen. Doch wären zwischen den statische notwendigen Betonstützen solche Mauern möglich, die Betontragelemente könnten mit anderen Dämmstoffen ausgestattet werden